Mittwoch, 22. April 2015

Die Eiserne Ferse von Jack London


Hallo meine Lieben,


Noch nie in meinem Leben habe ich von diesem Buch gehört und unter anderen Umständen hätte ich es mir auch nicht zugelegt. Ich habe Die eiserne Ferse, von Jack London, von einer Freundin bekommen welche des Öffteren von einem alten Bekannten Bücher mitgebracht bekommt. Sie sortiert sie aus und bei denen welche sie nicht behalten möchte darf ich noch einmal drüber schauen.
So also kam ich zum alten Everhard-Manuskript.
Das Buch riecht alt, ist vergilbt und sein Einband (mit einem Hai der durch Gebäude bricht) ist angerissen. Ich liebe das alte Leben in diesen Büchern.

Daten zum Buch
Titel: Die eiserne Ferse
Autor: Jack London
Verlag: Neues Leben
Genre: Roman
Erscheinungsjahr: 1972 (Erstauflage von 1908)
Seitenzahl: 293 + 40 Seiten Erklärungen rund um die Begriffe im Buch
Lizenz Nr.: 303 (305/20/72)


Klappentext / Einband
In Wake Robin Lodge, USA, wird in einer alten Eiche ein Manuskript entdeckt, das bereits vor 700 verfaßt und hier versteckt worden ist. Dieses sogenannte Everhard-Manuskript enthält die Aufzeichnungen der Frau des Revolutionäres Ernest Everhard, der Anfang des 20. Jahrhunderts die große proletarische Erhebung gegen die EISERNE FERSE vorbereitete.
Die EISERNE FERSE, damals die geballte Macht der Herrchenden in Amerika, hat die Revolte, die ihren Höhepunkt in der Chicagoer Kommune fand, mit brutaler Kraft zertreten.
Avis Everhard hat sich aus dem Massaker retten können und an einem geheimen Zufluchtsort dieses Manuskript geschrieben, das aber vor seiner Vollendung abgebrochen und ein der Eiche versteckt wurde.
 





Erzählung
Dieses Buch ist auf den Kapitalismus Anfang des 20. Jahrhunderts, in Amerka, zurück zu führen und erzählt vor Allem von politischen Einblicken zu dieser Zeit.
Ernest Everhard macht es sich zum Ziel mit einer proletarische Revolte, in den Jahren 1912 - 1932, in den Kampf gegen die Führung des Landes (der sogenannten eisernen Ferse) zu ziehen und scheitert an zweier dieser Versuche.
Seine Frau erzählt in dem unvollendeten Manuskript von ihrer Beziehung zu ihrem Mann, welcher sie über die wirkliche politische Lage aufklärte und vor Allem über den gemeinsamen Versuch die Arbeiter an die Spitze der Macht zu führen.
Es wird sehr genau von Arbeiterparteien, Abstürzen von Schichten und dem Missbrauch von Macht erzählt weswegen es mehr als verständlich ist das das Werk, welches auf keinen wirklich existenten Menschen zurück zuführen ist, in den ersten Erscheinungsjahren verboten wurde.
Jack London umfasst in diesem Werk nicht nur das, von ihm Miterlebte, sondern versucht gleichzeitig auf das System in der Zukunft und wie es kommen wird aufmerksam zu machen.
Erst im 23. Jahrhundert vermag das Buch darauf zu schließen das die Unterdrückung der eisernen Ferse verstummt und die hervorgesehene Menschbrüderschaft beginnt.

Testausschnitte
"Zum ersten Mal begegnete ich ihm im Februar 1912, als er, von meinem Vater zum Essen eingeladen, und in unser Haus in Berkeley kam. Ich kann nicht behaupten das mein erster Eindruck von ihm günstig war...."

"Ich schaute hin und sah das der Ärmel leer war. "Etwas Blut von diesem Arm höre ich von ihren Dachbalken tropfen", sagte Ernest immer noch sanft......

"Sie haben nicht die ganze Geschichte erzählt!", bemerkte ich mit Überzeugung. "Oder sie kennen nicht die ganze Geschichte. Vielleicht war der Mann unverschämt." "Unverschämt? Hahaha" sein Gelächter war mephestophelisch."

"Er schüttelte den Kopf. "Einer unserer Kernsätze lautet, daß jedes auf Klassen und Kaste gegründete System die Keime seines Zerfalls in sich trägt...."

Bemerkung 66: Ein Jahrzehnt vor dieser Rede von Everhard gab das Handelsamt von New York einen Bericht, aus dem wir folgendes zitieren: "Die Eisenbahnen haben die vollständige Gewalt über die gesetzgebende Körperschaft in den meisten Bundesstaaten, sie setzen Senatore, Kongreßmitglieder und Covernors der Vereinigten Staaten ein und ab und diktieren praktisch die Regierungspolitik der Vereinigten Staaten"

Mein Eindruck
Zu Beginn habe ich nicht verstanden ob es sich bei dem Werk um eine wahre Erzählung handelt, das gebe ich offen zu. Es hat mich, bin ich doch an den heutigen Schreibstil gewöhnt, sehr verwundert das das Manuskript erst im 27. Jahrhundert (also der Zukunft) gefunden wird und man abgesehen von dem Manuskript nur in den nachfolgenden Beschreibungen der gekennzeichneten Nummern, am Ende des Buches, eine weitere Handlung feststellen kann. Es wird von Avis Everhard zwar erwähnt das ihr Mann nicht mehr am Leben sei aber man erkennt erst im Kontext des eigentlichen Everhard-Manuskriptes, das er hingerichtet wurde. Das Buch schließt schlussendlich damit das der Revolutionär zu seiner Lebzeit die Revolte nicht bis an ihr Ziel bringen konnte und auch 700 Jahre, als die Eiserne Ferse endlich geschlagen ist, niemand weiß unter welchen Umständen Everhard hingerichtet wurde und weswegen seine Frau verschwand. Das Manuskript ist nicht vollständig. Das Buch im Ganzen sehr interessant aufgebaut.

Fazit
Ich persönlich musste erstmal durchsteigen und mich mit einigen der im Buch fallenden, politischen Begriffe auseinander setzen. Ich kann mir deswegen vorstellen das es von vielen Lesern der heutigen Zeit einfach wieder bei Seite gelegt wird weil es als "zu hoch für mich" eingestuft wird. Es ist zwar ein politischer Roman dennoch aber wird auch auf die Beziehung der Eheleute Everhard eingegangen welche ich sehr spannend finde, da Avis sehr von ihrem Mann angetan und er ihr sehr nah ist und sie für die gleiche Sache kämpfen und sich aufopfern. Zum Schluss wird das Buch in meinen Augen interessanter, denn es wird nicht mehr so viel politischer Zusammenhang sondern viel mehr das Leben als Revolutionärsfrau, Spionin und Freiheitskämpferin, der Avis Everhard, beschrieben.Ich würde dieses Buch allen empfehlen die sich gern mit dem Kapitalismus von 1900 auseinander setzen und welche ältere Werke gern einmal zur Abwechslung lesen. Mir selber hat es nicht geschadet und der Schreibstil (erst als Manuskript und dann mit weiterführender Geschichte in den Beschreibungen der Begriffe) hat mir sehr gefallen.

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